Off the record: Suzanne Kämpf im Interview
In unserer neuen Rubrik «off the record» stellen wir unseren Kundinnen und Kunden die Fragen, die uns brennend interessieren. Bühne frei für: Suzanne Kämpf, Dipl. Marketingplanerin und Mitglied der Geschäftsleitung bei tsp Architekten, Bern.

Die Neugier treibt Suzanne Kämpf tagtäglich in ihrer Arbeit an. Seit 20 Jahren bringt sie ihr Fachwissen bei tsp Architekten ein. Im Interview räumt sie auf mit Vorurteilen über Architekturbüros, spricht darüber, wie die KI ihren Arbeitsalltag und auch die Branche verändern könnte und verrät uns auch einige persönliche Dinge.
Was motiviert dich an einem ganz normalen Arbeitstag?
Mich motiviert vor allem die Neugier. Ich finde es spannend zu sehen, was der Tag bringt, welche Themen auftauchen und welche Herausforderungen oder Chancen sich ergeben.
Ein Vorurteil, das du oft hörst über deine Branche? Und warum es nicht stimmt.
Wir hören oft, dass Architektur doch nur ein bisschen Planung und skizzieren ist – und dass Architekten viel zu teuer sind. Leider wird oft übersehen, wie wichtig eine fundierte Vorbereitung beim Bauen ist. Fakten müssen sorgfältig zusammengetragen und Rahmenbedingungen geklärt werden, bevor überhaupt ein Entwurf entstehen kann.
Zudem kommen in einem KMU wie dem unseren weitere Themen wie Finanzen, Personalfragen, Planung und Medienpräsenz hinzu. Das alles muss man unter einen Hut bringen. So verbringe ich auch sehr viel Zeit mit Recherchen in den verschiedensten Themengebieten. Dabei geht es um aktuelle Trends, neue Tools oder fachliche Fragestellungen. Dieses kontinuierliche Informieren ist ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit.
Wie wird KI deine Branche verändern?
Ich bin überzeugt, dass KI die Branche stark verändern wird, insbesondere den Beruf Zeichner/in EFZ. Bereits heute gibt es Vorlagen, die für 2D- und 3D-Zeichnungen verwendet werden können. Hier wird es sicherlich noch weitere Entwicklungen und Automatisierungen geben. Dennoch bin ich der Meinung, dass die grundlegenden Ideen weiterhin vom Menschen kommen müssen und die KI Ideenbausteine liefert. Dass die KI Objekte vollumfänglich erstellt, kann ich mir nicht vorstellen.
Interessant finde ich, dass in unserer Unternehmung die Mitarbeitenden unter 30 Jahren KI am häufigsten in ihrem Arbeitsalltag nutzen, gefolgt von den Mitarbeitenden ab 60 Jahren. Diejenigen, dazwischen nutzen die künstliche Intelligenz nicht aktiv und bewusst.
Diese App nutze ich am häufigsten.
Ich selbst nutze in meinem Arbeitsalltag ChatGPT und erarbeite damit Vorlagen, recherchiere verschiedene Themen oder erstelle Zusammenfassungen. Das Tool gibt mir eine gute Grundlage, aber mir ist wichtig, dass ich die Informationen stets verifiziere. Insbesondere wenn es heikle Themen wie Recht oder Versicherungen betrifft.
Mein Kollege Martin Steiner arbeitet sehr gerne mit dem KI-Tool Gemini. Er braucht es oft als Gedankengrundlage. Das Tolle daran ist, dass man all seine Ideen und Informationen eingeben kann und es basierend darauf sehr gute Visualisierungen erstellt.
Worauf bist du stolz?
Auf 114 Jahre Firmengeschichte und dass ich seit 20 Jahren ein Teil davon sein darf.
Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?
Sei offen für neue Ideen, bilde dich weiter und glaube an dich selbst.
Was sagen deine Mitarbeitenden über dich?
Dass ich als Person interessiert, hilfsbereit, kritisch, tolerant, authentisch und integer bin und dass ich durch meine 20-jährige Tätigkeit im selben Betrieb sehr gut informiert und vernetzt bin. Ich weiss mir meist zu helfen.
Einige würden vielleicht auch sagen, dass ich etwas «old fashioned» bin, was meine Arbeitseinstellung angeht. Meine Arbeit mag für mich einen anderen Stellenwert haben, verglichen mit der jüngeren Generation. Aber das ist in Ordnung. Wichtig ist, dass man sich mit Respekt begegnet und verschiedene Sichtweisen akzeptiert.

